Birmanische Handschriften

Über die Sammlung | Sammlungsgeschichte | Zugang | Weiterführende Hinweise

Aufgefächerte birmanische Handschrift mit Goldschnitt und reich verzierten Deckeln

Materialart

Palmblatthandschriften

Umfang

157 Handschriften

Status

sporadisch ergänzt

Zeitraum

18. bis 20. Jahrhundert

Region

Südostasien, Myanmar

Erschließung

vollständig erschlossen

Standort

Historisches Gebäude

Kontakt

hsd@sub.uni-goettingen.de

Über die Sammlung

Die Sammlung umfasst 157 Palmblatthandschriften; die älteste stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert, die jüngste aus dem beginnenden 20. Jahrhundert. Neben Texten des bekannten Pali-Kanons enthält sie zahlreiche Gedichte und Prosawerken, Paritta (Schutztexten) sowie weitere rituelle Schriften und Versen.

Besonders hervorzuheben ist eine aufwendig gestaltete Palmblatthandschrift eines Majjhimanikāya-Textes mit Goldschnitt in sorgfältiger Quadratschrift. Das Manuskript wurde vom vorletzten birmanischen König Maṅḥ-tunḥ (Mindon, 1808–1878) gestiftet, der vor allem für den Bau der Mahālokamārajin-Pagode (Kuthodaw) in Mandalay bekannt ist, wo er zwischen 1857 und 1878 residierte.

Bei Cod. Ms. birm. 192 handelt es sich um eine undatierte Sammlung von Tattoos und magischen Diagrammen, die mit kurzen Erläuterungen und Mantras versehen sind. Darüber hinaus bewahrt die SUB Göttingen mehrere Handschriften, die die einzigen bekannten Zeugnisse dieser Texte in deutschen Einrichtungen darstellen, darunter Cod. Ms. birm. 182, Cod. Ms. birm. 183 und Cod. Ms. birm. 190.

Besondere Stücke

  • Cod. Ms. birm. 182 – Visuddhimag kyamḥ, 1914
  • Cod. Ms. birm. 183 – Vinayasaṅkheparāsī, 1876
  • Cod. Ms. birm. 186 – Majjhimanikāya, 19. Jahrhundert
  • Cod. Ms. birm. 190 – Na Ra Cuiḥ pyui, 1874
  • Cod. Ms. birm. 192 – Sammlung von Tattoos und magischen Diagrammen

Sammlungsgeschichte

Die Herkunft der Sammlung ist größtenteils unbekannt. Ihr ursprünglicher Besitzer war ein britischer Kolonialoffizier, der 1942 vor der japanischen Eroberung Burmas nach Indien floh. Sie wurde der Universitätsbibliothek 1969 in Hyderabad zum Kauf angeboten. Zwischen 2014 und 2016 erhielt die SUB Göttingen zudem zwölf weitere Handschriften, darunter einen Parabaik, als Geschenk.

Zugang

Kataloge, Datenbanken und weitere Findmittel

Die Sammlung ist vollständig in der Reihe „Birmanische Handschriften“ des Verzeichnisses der orientalischen Handschriften in Deutschland (VOHD) beschrieben.

Vor Ort

Die Handschriften können nach vorheriger Bestellung vor Ort oder per E-Mail im Lesesaal im Historischen Gebäude der SUB Göttingen eingesehen werden, sofern keine Einwände von konservatorischer Seite bestehen. Die Termine zur Einsichtnahme sollten mindestens zwei Werktage vor der Anreise unter Nennung der gewünschten Signaturen vereinbart werden.

Weiterführende Hinweise

  • Heinz Braun: Birmanische Handschriften in Europa und Amerika: Versuch einer Bestandsaufnahme, in: Studien zur Indologie und Buddhismuskunde. Festgabe des Seminars für Indologie und Buddhismuskunde für Professor Dr. Heinz Bechert zum 60. Geburtstag am 26. Juni 1992, hg. von Reinhold Grünendahl, Jens-Uwe Harrtmann und Petra Kiefer-Pülz (Indica et Tibetica. Monographien zu den Sprachen und Literaturen des indo-tibetischen Kulturraumes), Bonn 1993, S. 53–64. ↗GUK

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